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3.5 Git Branching - Externe Branches

Externe Branches

Externe (Remote) Branches sind Referenzen auf den Zustand der Branches in Deinen externen Repositorys. Es sind lokale Branches die Du nicht verändern kannst, sie werden automatisch verändert wann immer Du eine Netzwerkoperation durchführst. Externe Branches verhalten sich wie Lesezeichen, um Dich daran zu erinnern an welcher Position sich die Branches in Deinen externen Repositories befanden, als Du Dich zuletzt mit ihnen verbunden hattest.

Externe Branches besitzen die Schreibweise (Repository)/(Branch). Wenn Du beispielsweise wissen möchtest wie der master-Branch in Deinem origin-Repository ausgesehen hat, als Du zuletzt Kontakt mit ihm hattest, dann würdest Du den origin/master-Branch überprüfen. Wenn Du mit einem Mitarbeiter an einer Fehlerbehebung gearbeitet hast, und dieser bereits einen iss53-Branch hochgeladen hat, besitzt Du möglicherweise Deinen eigenen lokalen iss53-Branch. Der Branch auf dem Server würde allerdings auf den Commit von origin/iss53 zeigen.

Das kann ein wenig verwirrend sein, lass uns also ein Besipiel betrachten. Nehmen wir an Du hättest in Deinem Netzwerk einen Git-Server mit der Adresse git.ourcompany.com. Wenn Du von ihm klonst, nennt Git ihn automatisch origin für dich, lädt all seine Daten herunter, erstellt einen Zeiger an die Stelle wo sein master-Branch ist und benennt es lokal origin/master; und er ist unveränderbar für dich. Git gibt Dir auch einen eigenen master-Branch mit der gleichen Ausgangsposition wie origins master-Branch, damit Du einen Punkt für den Beginn Deiner Arbeiten hast (siehe Abbildung 3-22).


Abbildung 3-22. Ein 'git clone' gibt Dir Deinen eigenen master-Branch und origin/master, welcher auf origins 'master'-Branch zeigt.

Wenn Du ein wenig an Deinem lokalen master-Branch arbeitest und unterdessen jemand etwas zu git.ourcompany.com herauflädt, verändert er damit dessen master-Branch und eure Arbeitsverläufe entwickeln sich unterschiedlich. Indes bewegt sich Dein origin/master-Zeiger nicht, solange Du keinen Kontakt mit Deinem origin-Server aufnimmst (siehe Abbildung 3-23).


Abbildung 3-23. Lokales Arbeiten, während jemand auf Deinen externen Server hochlädt, lässt jeden Änderungsverlauf unterschiedlich weiterentwickeln.

Um Deine Arbeit abzugleichen, führe ein git fetch origin-Kommando aus. Das Kommando schlägt nach welcher Server orgin ist (in diesem Fall git.ourcompany.com), holt alle Daten die Dir bisher fehlen und aktualisiert Deine lokale Datenbank, indem es Deinen orgin/master-Zeiger auf seine neue aktuellere Position bewegt (siehe Abbildung 3-24).


Abbildung 3-24. Das git fetch-Kommando aktualisiert Deine externen Referenzen.

Um zu demonstrieren wie Branches auf verschiedenen Remote-Servern aussehen, stellen wir uns vor, dass Du einen weiteren internen Git-Server besitzt, welcher nur von einem Deiner Sprint-Teams zur Entwicklung genutzt wird. Diesen Server erreichen wir unter git.team1.ourcompany.com. Du kannst ihn, mit dem Git-Kommando git remote add – wie in Kapitel 2 beschrieben, Deinem derzeitigen Arbeitsprojekt als weiteren Quell-Server hinzufügen. Gib dem Remote-Server den Namen teamone, welcher nun als Synonym für die ausgeschriebene Internetadresse dient (siehe Abbildung 3-25).


Abbildung 3-25. Einen weiteren Server als Quelle hinzufügen.

Nun kannst Du einfach git fetch teamone ausführen um alles vom Server zu holen was Du noch nicht hast. Da der Datenbestand auf dem Teamserver ein Teil der Informationen auf Deinem origin-Server ist, holt Git keine Daten, erstellt allerdings einen Remote-Branch namens teamone/master, der auf den gleichen Commit wie teamones master-Branch zeigt (siehe Abbildung 3-26).


Abbildung 3-26. Du bekommst eine lokale Referenz auf teamones master-Branch.

Hochladen

Wenn Du einen Branch mit der Welt teilen möchtest, musst Du ihn auf einen externen Server laden, auf dem Du Schreibrechte besitzt. Deine lokalen Zweige werden nicht automatisch mit den Remote-Servern synchronisiert wenn Du etwas änderst – Du musst die zu veröffentlichenden Branches explizit hochladen (pushen). Auf diesem Weg kannst Du an privaten Zweigen arbeiten die Du nicht veröffentlichen möchtest, und nur die Themen-Branches replizieren an denen Du gemeinsam mit anderen entwickeln möchtest.

Wenn Du einen Zweig namens serverfix besitzt, an dem Du mit anderen arbeiten möchtest, dann kannst Du diesen auf dieselbe Weise hochladen wie Deinen ersten Branch. Führe git push (remote) (branch) aus:

$ git push origin serverfix
Counting objects: 20, done.
Compressing objects: 100% (14/14), done.
Writing objects: 100% (15/15), 1.74 KiB, done.
Total 15 (delta 5), reused 0 (delta 0)
To git@github.com:schacon/simplegit.git
 * [new branch]      serverfix -> serverfix

Hierbei handelt es sich um eine Abkürzung. Git erweitert die serverfix-Branchbezeichnung automatisch zu refs/heads/serverfix:refs/heads/serverfix, was soviel bedeutet wie “Nimm meinen lokalen serverfix-Branch und aktualisiere damit den serverfix-Branch auf meinem externen Server”. Wir werden den refs/heads/-Teil in Kapitel 9 noch näher beleuchten, Du kannst ihn aber in der Regel weglassen. Du kannst auch git push origin serverfix:serverfix ausführen, was das gleiche bewirkt – es bedeutet “Nimm meinen serverfix und mach ihn zum externen serverfix”. Du kannst dieses Format auch benutzen um einen lokalen Zweig in einen externen Branch mit anderem Namen zu laden. Wenn Du ihn auf dem externen Server nicht serverfix nennen möchtest, könntest Du stattdessen git push origin serverfix:awesomebranch ausführen um Deinen lokalen serverfix-Branch in den awesomebranch-Zweig in Deinem externen Projekt zu laden.

Das nächste Mal wenn einer Deiner Mitarbeiter den aktuellen Status des Git-Projektes vom Server abruft, wird er eine Referenz, auf den externen Branch origin/serverfix, unter dem Namen serverfix erhalten:

$ git fetch origin
remote: Counting objects: 20, done.
remote: Compressing objects: 100% (14/14), done.
remote: Total 15 (delta 5), reused 0 (delta 0)
Unpacking objects: 100% (15/15), done.
From git@github.com:schacon/simplegit
 * [new branch]      serverfix    -> origin/serverfix

Es ist wichtig festzuhalten, dass Du mit Abrufen eines neuen externen Branches nicht automatisch eine lokale, bearbeitbare Kopie derselben erhältst. Mit anderen Worten, in diesem Fall bekommst Du keinen neuen serverfix-Branch – sondern nur einen origin/serverfix-Zeiger den Du nicht verändern kannst.

Um diese referenzierte Arbeit mit Deinem derzeitigen Arbeitsbranch zusammenzuführen kannst Du git merge origin/serverfix ausführen. Wenn Du allerdings Deine eigene Arbeitskopie des serverfix-Branches erstellen möchtest, dann kannst Du diesen auf Grundlage des externen Zweiges erstellen:

$ git checkout -b serverfix origin/serverfix
Branch serverfix set up to track remote branch refs/remotes/origin/serverfix.
Switched to a new branch "serverfix"

Dies erstellt Dir einen lokalen bearbeitbaren Branch mit der Grundlage des origin/serverfix-Zweiges.

Tracking Branches

Das Auschecken eines lokalen Branches von einem Remote-Branch erzeugt automatisch einen sogenannten Tracking-Branch. Tracking Branches sind lokale Branches mit einer direkten Beziehung zu dem Remote-Zweig. Wenn Du Dich in einem Tracking-Branch befindest und git push eingibst, weiß Git automatisch zu welchem Server und Repository es pushen soll. Ebenso führt git pull in einem dieser Branches dazu, dass alle entfernten Referenzen gefetched und automatisch in den Zweig gemerged werden.

Wenn Du ein Repository klonst, wird automatisch ein master-Branch erzeugt, welcher origin/master verfolgt. Deshalb können git push und git pull ohne weitere Argumente aufgerufen werden. Du kannst natürlich auch eigene Tracking-Branches erzeugen – welche die nicht Zweige auf origin und dessen master-Branch verfolgen. Der einfachste Fall ist das bereits gesehene Beispiel in welchem Du git checkout -b [branch] [remotename]/[branch] ausführst. Mit der Git-Version 1.6.2 oder später kannst Du auch die --track-Kurzvariante nutzen:

$ git checkout --track origin/serverfix
Branch serverfix set up to track remote branch serverfix from origin.
Switched to a new branch 'serverfix'

Um einen lokalen Branch mit einem anderem Namen als der Remote-Branch, kannst Du einfach die erste Varianten mit einem neuen lokalen Branch-Namen:

$ git checkout -b sf origin/serverfix
Branch sf set up to track remote branch serverfix from origin.
Switched to a new branch 'sf'

Nun wird Dein lokaler Branch sf automatisch push und pull auf origin/serverfix durchführen.

Löschen entfernter Branches

Stellen wir uns Du bist fertig mit Deinem Remote-Branch – sagen wir Deine Mitarbeiter und Du, Ihr seid fertig mit einer neuen Funktion und habt sie in den entfernten master-Branch (oder in welchem Zweig Ihr sonst den stabilen Code ablegt) gemerged. Du kannst einen Remote-Branch mit der unlogischen Syntax git push [remotename] :[branch] löschen. Wenn Du Deinen serverfix-Branch vom Server löschen möchtest, führe folgendes aus:

$ git push origin :serverfix
To git@github.com:schacon/simplegit.git
 - [deleted]         serverfix

Boom. Kein Zweig mehr auf Deinem Server. Du möchtest Dir diese Seite vielleicht markieren, weil Du dieses Kommando noch benötigen wirst und man leicht dessen Syntax vergisst. Ein Weg sich an dieses Kommando zu erinnern führt über die git push [remotename] [localbranch]:[remotebranch]-Snytax, welche wir bereits behandelt haben. Wenn Du den [localbranch]-Teil weglässt, dann sagst Du einfach „Nimm nichts von meiner Seite und mach es zu [remotebranch]“.